Cebu

Wieder haben wir eine Reise vor uns. Dieses Mal geht es in die Philippinen. Doch die Zeit reicht nur für den Besuch von CEBU, BOHOL und LUZON – drei von den über 7100 Inseln.
Am 24. Dezember flogen wir ab München. Was lag hier näher, als die Wartezeit mit einem „Weizen“ und einer echten Weisswurst zu verkürzen.


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Eine Flugplan-Änderung der ETIHAD bedingte einen Umweg über Frankfurt, bevor wir kurz nach 20.00 Uhr Richtung Abu Dhabi starten konnten. Dafür war der Service an Bord vom Feinsten. Ganz zu schweigen von den bequemen Sitzen bzw. Betten.


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Welche Überraschung – wir landeten 08.30 Ortszeit in Abu Dhabi bei dichtem Nebel und nur 11° Wärme!! Hier sollte es doch warm sein.
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Boarding für den planmässigen Weiterflug nach Manila war um 09.45. Wir sassen auf unseren Sitzen, genossen den Welcome-Drink, als die Mitteilung erfolgte, dass sich unser Flug unvorhergesehen – und leider auch ohne Begründung – verzögern würde. Über 4 Stunden warteten wir und die ganze Zeit verbrachten wir im Flieger !!
Natürlich verpassten wir in Manila unseren Anschluss nach Cebu. Dafür mussten wir nachts um 01.00 Uhr eine Schlafmöglichkeit für 5 Stunden – bis zum nächsten Flug – suchen.
Früh morgens brachte uns ein Taxi wieder zum Flughafen. Diese Menschen – wie in einem Ameisenhaufen. Wir hatten das Gefühl, alle Filippinos wären unterwegs. Gottseidank wurden Business-Class Gäste von ausgesprochen freundlichem Personal gesondert abgefertigt – wir hätten sonst nochmals den Flug verpasst.


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Endlich in Cebu-City angekommen, empfing uns unser Sohn und unsere philippinische Schwiegertochter. Sie waren uns eine Woche vorausgereist und organisierten die gemeinsame Weiterreise. In einem Privatbus – mit Fahrer – zwängten wir uns durch das Verkehrschaos von Cebu-City. Unvorstellbar wie hier gefahren wird. Doch auch auf dem Weg nach Alcoy wurde der Verkehr nicht besser. Die Küstenstrasse bietet normalerweise Platz für zwei Autos. Dies hindert aber kein Auto- oder Motofahrer zu Dritt nebeneinander zu fahren, auch nicht bei Gegenverkehr, der auch zu Dritt daher kommt !! Erstaunlicherweise gibt es trotzdem wenig Unfälle. Für Europäer ist es jedoch nicht zu empfehlen sich selbst ans Steuer zu setzen.
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Gute 2 ½ Stunden brauchten wir für die 80 km bis zu unserem Ziel Alcoy. Die Strasse – voller Schlaglöcher – führt entlang der Küste und ist landschaftlich recht reizvoll. Die Fahrt geht vorbei an unzähligen Sari-Sari Stores, ärmlichen teils halbverfallenen Bambushütten, doch immer wieder winkten uns die Menschen freundlich zu.
Später stellten wir fest, dass wir nicht mit unsere Massstäbe messen dürfen. Nachstehendes Gespräch mit der stets freundlichen Resort-Angestellten an der Poolbar unterstreicht dies klar: Allen Ernstes glaubte die junge Frau, dass in der Schweiz nicht nur sehr viel verdient wird, sondern jeder ab Geburt eine Plastikkarte kriegt, mit der er jederzeit an jeder Bank Geld abheben kann. Auch wären doch alle medizinischen Leistungen gratis und im Alter käme auch eine gute Rente vom Staat. Als wir dieses Bild zurecht rückten und sie erfuhr wie viel Arbeitszeit wir für all diese Leistungen, die Mieten, das Essen usw. aufbringen müssen fragte sie mit staunenden Augen – und wann habt ihr Zeit zum Leben. Diese Reaktion machte uns recht nachdenklich. Die Filippinos leben einfach – die junge Frau z.B. kriegt mtl. rund 100.—SFr. Lohn plus Verpflegung im Resort. Und doch sind diese Menschen recht zufrieden. Ihre Bedürfnisse sind andere wie die unsrigen. Die Frage „Wer lebt zufriedener“ bleibt offen.

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Nach einer guten Nacht in einer zweckmässigen aber sauberen Unterkunft begann der nächste Morgen mit Regen. Trotzdem – schwimmen im Pool ist ja ebenfalls nass und so minderte auch der Regen das Vergnügen nicht. Zudem war die Temperatur immer noch 28°. Auch zeigte sich bald wieder die Sonne.
Dieses Klima hier gefällt uns – daher planten wir diese Reise auch mit einem Hintergedanken: Lässt sich hier vielleicht der Lebensabend verbringen? Im Internet haben wir uns auch schon etwas schlau gemacht. Ganz in der Nähe soll es eine Anlage mit deutschsprachigen Residenten geben. Also hin und erkunden. Doch gross war die Enttäuschung. Ungepflegt, verwahrlost, das Wasser im Pool grün, der Strand nicht zum Baden – kurz alles andere wie ein Paradies. Auch die Bilder zeigen es: Der Strand ist nicht sehr sauber, ebenso wenig das Wasser. Zum Baden für uns nicht gerade geeignet. Entsprechend schnell und klar war hier unsere Entscheidung.

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Es gab zwar noch interessante Objekte an guter Lage, jedoch die Frage blieb – können wir uns anpassen, in diesen Läden unseren täglichen Bedarf zusammen suchen, in dieser Umwelt leben?
Doch als Touristen fühlten wir uns unter den liebenswerten Filippinos wohl. Mit ihnen und zusammen mit Freunden, die auch noch eintrafen, rutschten wir gemütlich ins neue Jahr 2009.


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Nach zwei Wochen setzten wir unsere Reise fort. Wir konnten uns voll erholen, genossen den Pool und das SPA, das Essen und die Freundlichkeit. Bodos Bamboo Resort ist wirklich zu empfehlen. www.bbb-alcoy.com
Der Küste entlang umrundeten wir die Südspitze der Insel Cebu und erreichten nach etwa 3 Stunden Moalboal/Panagsama Beach. Diese Strecke zählt zu den landschaftlich schönsten Teilen von Cebu. Auch war der Verkehr erträglich. Wir genossen die ca. 90 km Fahrt bei recht gutem Wetter und fanden im Quo Vadis Beach Resort www.moalboal.com auch eine gute Unterkunft.


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Moalboal/Panagsama Beach ist wesentlich lebhafter wie Alcoy. Dass es hier gute Tauchgebiete gibt, zeigt sich an den vielen Tauchstationen. Die überwiegende Zahl der Tauchtouristen ist deutschsprachig. Doch wo sich viele Touristen aufhalten, ist auch Lärm. Discos waren öfters bis 03.00 Uhr zu hören. Alcoy war viel ruhiger und erholsamer. Dafür bietet sich hier eine gute Auswahl bester Seafood Lokale. Einfache, fast primitive Hütten jedoch mit hervorragendem Angebot. Wir genossen bereits am ersten Abend Krebs, Fisch und Riesengarnelen. Alles vom feinsten.


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Einsiedlerkrebse an Land bedeuten hier Wetterumschwung. Und den gab es in der Nacht tatsächlich. Bei warmen Temperaturen goss es aber wie aus Kübeln. Richtiger tropischer Regen bis zum Nachmittag. Für die einheimischen Kinder eine willkommene Dusche. Sie nutzten dieses Nass für ihre Körperpflege.

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Aber das Wetter drehte sich leider für die nächsten Tage – um genau zu sein für volle 10. Es gab täglich nur kurze Aufhellungen, denen sofort wieder Regen folgte. Kleine Spaziergänge im Dorf und an der Beach, kurz mal im 28° warmen Meer schnorcheln oder im Pool eine Schwimmrunde absolvieren – vielmehr war nicht drin. Selbst der Geburtstag meiner Gattin fiel buchstäblich ins Wasser. Aber auch bei solchem Wetter – die Einheimischen liessen sich bei ihren Festen nicht stören. Sie feierten und tummelten sich am Strand, egal wie tief die Wolken hingen.


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Trotz leichtem Nieselregen wagten wir eine Wanderung zu den KAWASAN-Fällen. Mit einem „Jeepney“ fuhren wir etwa 45 Min. bis zum Ausgangspunkt. 600.— Pesos (ca. 15.—SFr.) zahlten wir für diese Fahrt hin und zurück, dabei wartete der Fahrer gute 4 Std. auf unsere Rückkehr.
Dem Flusslauf entlang wanderten wir auf guten Wegen den Fällen entgegen. Immer wieder an einsamen Hütten und an vielen teils farbenprächtigen Kampfhähnen vorbei. Was den Spaniern der Stierkampf ist den Filippinos der Hahnenkampf. Dabei kann es bei Wetten auch schon einmal um Existenzen gehen.
Nach etwa ¾ Std. Wanderung erreichten wir die ersten Fälle. Der Regen hatte nach nachgelassen, manchmal drangen sogar einzelne Sonnenstrahlen durch die Palmen.
Noch einmal 20 Minuten Kletterei durch einen engen, steilen Aufstieg, über glitschige Steine und Wurzeln bis zu den oberen Fällen. Nach einer kurzen Rast dann wieder der Abstieg zu den Hauptfällen. 


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Nach acht Tagen teils heftigem Regen, Wind und welligem Meer fuhren wir etwas frustriert zurück nach Cebu-City – anfangs auch im Regen. Je näher wir aber zur Stadt kamen bzw. auf die östliche Inselseite, desto besser wurde das Wetter. Die Strasse trocknete ab, einzelne Sonnenstrahlen drückten durch die Wolken. Nach 2 ½ Std Fahrt kamen wir im Hotel Marriott Cebu an. Es war wie eine Rückkehr in die Zivilisation.
Wir genossen nicht nur das Pool, auch ein gutes Barbeque in einer lauen Nacht, den Bummel im nahen Einkaufscenter und ein Feuerwerk, das den „Sinulog“ – das jährliche Fest zu Ehren des Jesuskindes Santo Niño – einläutete.


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Der Samstag war noch die letzte Möglichkeit für eine Sightseeingtour durch Cebu City – am Sonntag begannen die Umzüge. Dieser Sinulog ist ein typisch cebuanisches Festival und dauert eine volle Woche. Nicht nur sind dann die über 400`000 Cebuanos unterwegs, von überall her kommen noch eine Vielzahl von Teilnehmern und Zuschauern. Selbst ein Corso der „Harley“- Fahrer fehlte nicht. Unsere Stadtbesichtigung begann im Taoisten Tempel, seit 1964 ein Highlight von Cebu.


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Die 1565 erbaute Basilica Minore del Santo Niño wird im ganzen Land als heilige Stätte verehrt und beherbergt wertvolle christliche Relikte.


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